ergoMAX - Schlosspraxis für Ergotherapie
Standort:
Losensteinleiten, Oberösterreich
Fertigstellung:
2026
Fotos:
Gregor Graf













ergoMAX - Schlosspraxis für Ergotherapie
HISTORIE UND AUFGABENSTELLUNG
Die Schlossanlage Losensteinleiten geht auf eine ehemalige Wasserburg zurück, die im 16. Jahrhundert erweitert und zu einem Renaissance-Schloss umgebaut wurde. Bis ins 20. Jahrhundert befand sich die Anlage in Privatbesitz. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs wurde die Anlage für verschiedene öffentliche Nutzungen adaptiert. Ein Privatgymnasium mit Internat, eine landwirtschaftliche Fachschule für Mädchen, ein Exerzitien- und Bildungshaus sowie die Nutzung als Pflegeheim prägten die baulichen Veränderungen des 20. Jahrhunderts.
In den vergangenen Jahren wurde das Schloss behutsam restauriert und in seiner Erscheinung schrittweise an den historischen Bestand rückgeführt. Ab 2026 steht die Anlage für neue öffentliche Nutzungen sowie Wohnnutzungen zur Verfügung.
Die Ergotherapiepraxis Ergomax belebt die ehemaligen Stallungen im nordöstlichen Erdgeschoßflügel. Diese wurden im 20. Jahrhundert zu einer Kapelle und einem Turnsaal umgebaut. Heute bieten fünf Therapieräume Kindern und Jugendlichen einen Ort, an dem sie durch gezielte Spiel- und Bewegungsangebote lernen und ihre Fähigkeiten entfalten können.
KONZEPT
Abenteuer Schloss
Im Mittelpunkt steht das Kind mit seiner Wahrnehmung. Das Gewölbe der ehemaligen Stallungen überspannt die gesamte Praxiseinheit wie eine schützende Zeltlandschaft. Darin positionieren sich die einzelnen Therapieräume als eigenständige Holzkuben, die einen kindgerechten Maßstab schaffen und einen geschützten Rahmen für die konzentrierte Therapiearbeit bieten.
Der ehemalige Turnsaal bleibt in seinem Charakter erhalten und eröffnet ein breites Spektrum an Bewegungs- und Spielmöglichkeiten.
UMSETZUNG
Die historischen Räumlichkeiten wurden umfassend saniert und restauriert. Einzelne Bestandselemente wurden konservatorisch gesichert. Rezente Einbauten wurden entfernt, sodass die ehemaligen Stallungen wieder ihre ursprüngliche Größe und räumliche Wirkung entfalten können.
Helle Betonböden und weiß gekalkte Wände bilden eine ruhige und zurückhaltende Kulisse für die freistehenden Fichtenkuben in Holzriegelbauweise. Die Innenräume dieser Kuben sind fünfseitig mit Holz ausgekleidet und schaffen eine vertraute, behagliche Atmosphäre. Raumhohe Trennwände werden im Deckenbereich durch Spiegel ergänzt, die das historische Gewölbe optisch fortführen und dessen Wirkung als Trompe-l’Œil über den gesamten Raum hinweg verstärken.
Auch der Mitarbeiterbereich folgt dem Prinzip „Raum im Raum“. Das behutsam freigelegte Tonnengewölbe bleibt als prägendes Element erhalten, während eine kompakte Funktionsbox mit Küchenblock und anschließendem WC als eigenständiger Baukörper im Raum positioniert ist.
Die Energieversorgung erfolgt über eine zentrale Luftwärmeanlage in Kombination mit einer gemeinschaftlich genutzten Photovoltaikanlage.